Wenn es um Wirkung geht, wird es oft eng in der Mitte der Sanduhr

ARNET | Rezensiert

Doch wenn Dr. Stefan Wachtel, höchstpersönlich bittet, dann bin ich zur Stelle. Dieses bemerkenswerte Referenzwerk über die „Führungs-Wirkung“ wirkt wie eine sorgfältig beleuchtete Bühne, auf der das Schweigen genauso präzise inszeniert wird wie das gesprochene Wort.

Dr. Wachtel, dieser kundige Seismograf für die feinen Erschütterungen in den Teppichetagen (Der Puppenspieler der Chefs | Süddeutsche Zeitung), legt mit „Executive Modus“ keine bloße Handlungsanweisung vor (immerhin die 4. überarbeitete Auflage), sondern eine Art Phänomenologie der Machtpräsenz. Es ist eine faszinierende Exkursion in das „Wie“ jenseits des „Was“.

Wachtel seziert die Grammatik der Führung – jene zwölf Taktiken, die eben nicht nach billiger Manipulation riechen, sondern nach der Souveränität dessen, der das Zentrum des Raumes nicht beanspruchen muss, weil er es bereits ist. Er beschreibt die Kunst, die eigene Wirkung als Instrumentarium zu betrachten, das man mit der Präzision eines Cellisten bespielen kann, anstatt sie dem Zufall zu überlassen.

Dabei hütet sich der Autor vor der Redseligkeit der üblichen Ratgeberliteratur. Seine Sprache ist von einer Entscheidungsreife geprägt, fast so, als wollte er das Prinzip der „Wirkung“ direkt in die Syntax übersetzen. Er spricht von der Ökonomie der Geste, von der Gravitation der Entscheidung und von jener Anziehungskraft der Klarheit, die einen „Executive“ vom bloßen Leader unterscheidet.

Besonders das Kapitel 7. „Executive Modus Coaching“ hat mir gut gefallen. Hier speziell die Seiten 161 bis 162 „Butterfahrten“. Köstlich, wie Dr. Stefan Wachtel, eine Veranstaltung eines Seminarveranstalters beschreibt, der gleich 15 Aktanden das Reden beibringen möchte. Spezifisch warnt Wachtel, der Dompteur der Wirkung, vor dem Thema bei Seminaren: »Frei Zeit zur Verfügung zu haben« – der Autor berichtet dann kurz über seine Tran-the-Tariner-Workshops in Nizza, 1,5 Tage ohne Freizeit – versteht sich!

Unverzichtbar für Top-Führungskräfte und für alle Ästheten der Kommunikation, die den Unterschied zwischen „laut sein“ und „gehört werden“ erlesen möchten. Nichts für Graumäuse.

Felix Maria Arnet, (58) gilt in Deutschland als einer der führenden Top-Executive Coaches für Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Spitzen-Führungskräfte. Arnet ist fünffacher Buchautor und schreibt Gastkolumnen für das Handelsblatt und die Focus Online.

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REFLEXION: Magazin für Führungskraft

Die „Reflexion“ ist ein Magazin für Führungskräfte, in dem Herausgeber und Chefredakteur Felix Maria Arnet, Top-Executive Coach und Leadershipexperte aus Wiesbaden, alles Wissenswerte rund um das Thema Führung und Management bündelt. 

Reflexion Magazin für Führungskräfte von Felix Maria Arnet, Rettungsring

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